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Ein Interview mit Kathi und Tom

Kathi (30) und Tom (32) haben einen langen Weg hinter sich. Die Embryospende hat es letztlich möglich gemacht, dass das Paar nach über 6 Jahren Kinderwunsch endlich seinen Sonnenschein Leonie (4 Monate) in den Armen halten darf.

 

Mögt Ihr uns von Eurem Kinderwunschweg VOR der Spende erzählen? Und wieso habt Ihr Euch dazu entschieden eine Embryospende in Anspruch zu nehmen?

Wir hatten von Anfang an die Befürchtung, dass es bei uns vielleicht nicht so leicht werden könnte, da ich eine chronische Erkrankung habe, deren Behandlung nicht ohne war. Dennoch haben wir erst einmal ein Jahr lang auf normalem Weg probiert ein Kind zu bekommen.

Als sich kein Erfolg einstellte, habe ich von meiner Frauenärztin die Hormone überprüfen lassen und da haben sich die Befürchtungen direkt bestätigt – ich hatte die Werte einer Frau kurz vor den Wechseljahren. Kurz darauf kam dann auch raus, dass ich nicht alleiniger „Verursacher“ (ein schlimmer Begriff) war. Ein Schock, aber – auch wenn es vielleicht komisch klingt – auch eine Erleichterung. So gab es nicht den einen „Schuldigen“. Über zwei deutsche KiWu-Kliniken sind wir letzten Endes in Tschechien gelandet. Die Embryospende war für uns – neben Adoption und Pflege – die einzige Möglichkeit, ein Kind zu bekommen.

 

 

Für viele ist es erst einmal ein Schock, den es zu verdauen gilt, wenn man gesagt bekommt, dass man sozusagen austherapiert ist. Fiel Euch die Entscheidung für eine Embryospende schwer? Welche Gedanken gingen Euch dabei durch den Kopf?

An dem Tag, an dem wir erfahren haben, dass bei mir keine Eizellentnahme möglich sein wird, habe ich überreagiert und wollte sofort einen Termin in einer Klinik für Eizell- und Embryospende ausmachen. Mein Mann hatte damals richtig Angst vor mir. 😉 Selbstverständlich war das reine Verzweiflung und nachdem der erste Schock abgeklungen war, haben wir uns doch etwas Zeit genommen, alles zu durchdenken.

Angst, dass ich das Kind nicht lieben könnte hatte ich nie. Mir ging eher durch den Kopf, wie es dem Kind damit gehen wird. Ob es uns irgendwann hassen wird, ob es in seinem Leben etwas vermissen wird, ob wir egoistisch sind, diesen Weg zu gehen.

 

Eine Spende ist keine Sache, für die man sich mal eben entscheidet. Wie lange hat der Entscheidungsprozess gedauert? Wer hat Euch in dieser Phase geholfen, hat Euch zugehört und Euch den Rücken gestärkt?

Ganz am Anfang unseres Weges, bei einem Infoabend in einer Kinderwunsch-Klinik, haben wir eine auf Kinderwunsch spezialisierte Therapeutin kennengelernt. Sie hat damals gesagt: „Der Weg den Kinderwunsch-Paare gehen, ist ein Weg der persönlichen Grenz-Verschiebung.“ Damals habe ich mich in diesem Satz noch nicht wiedergefunden, heute kann ich sagen, dass er wahr ist.

Unser persönlicher Weg hieß „natürlicher Weg – künstliche Befruchtung – Eizellspende – Embryospende“ und jeder dieser Schritte braucht Zeit. Zeit den Schock zu verarbeiten und Zeit, zu überlegen, ob man seine persönliche Grenze noch ein Stück weiter verschiebt. Bei uns sind bis zum ersten Transfer über vier Jahre verstrichen. Unsere Familien und engsten Freunde waren eingeweiht und haben uns unterstützt.

 

 

Habt Ihr (parallel) über eine Adoption oder ein Pflegekind nachgedacht?

Ja, wir haben darüber nachgedacht und können es uns auch nach wie vor vorstellen. Allerdings gibt es – zumindest in Deutschland – viel mehr Eltern, die gerne ein Kind adoptieren würden, als Kinder.

Bezüglich Pflegekind war ich mir nicht sicher – und bin es mir immer noch nicht –  ob das für Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch der beste Weg für ein erstes und vielleicht einziges Kind ist. Ich habe schon zu oft mitbekommen, dass ein Pflegekind nach ein paar Jahren wieder an die leiblichen Eltern zurückgegeben wurde. Ich persönlich hätte das nicht verkraftet, würde es aber vermutlich auch nicht, wenn es mein 2., 3. oder 4. Kind wäre. Man muss sich schon sehr bewusst sein, dass auch Dauerpflege keine Garantie bedeutet, dass das Kind bis zum Erwachsenenalter bei einem aufwächst.

 

Wie seid Ihr bei der Wahl Eurer Klinik vorgegangen? Welche Kriterien waren Euch besonders wichtig, welche wären schön gewesen, wenn die Klinik sie erfüllt hätte?

Wir haben die Klinik von Fachleuten empfohlen bekommen und uns dann gar keine anderen mehr angeschaut. Wir haben auf den Rat vertraut und sind damit sehr gut gefahren.

Wichtig war uns, dass wir uns auf Deutsch oder zumindest Englisch verständigen können, dass man sich Zeit für uns nimmt und die Wartezeiten nicht zu lang sind. Außerdem kam als Bonus dazu, dass wir die Klinik mit dem Auto erreichen konnten – das hat vieles einfacher gemacht.

 

In welchem Land hattet Ihr eine Spende und warum dort?

Wir waren in Tschechien. Wie schon beschrieben wurde uns die Klinik fachlich empfohlen, sie war gut erreichbar und wir haben uns dort gut aufgehoben gefühlt. Außerdem ist dort Embryospende möglich, was ja auch nicht überall der Fall ist. Ein wichtiges Kriterium war auch, dass verantwortungsvoll mit einem umgegangen wird. Es gibt auch Länder/Kliniken, in denen 5 und mehr Eizellen eingesetzt werden, nur um auf Biegen und Brechen ein positives Ergebnis zu erzielen.

 

Nur in wenigen Ländern ist eine offene Spende möglich. Sofern Ihr eine anonyme Spende hattet, hattet Ihr im Vorfeld große moralische Bedenken und wie fühlt es sich nun nach der Entbindung an? Sind eventuelle Bedenken weiterhin vorhanden?

Ja, diese Bedenken gibt es. Und jetzt, wo ich meinen Schatz in den Armen halte, sind diese manchmal vielleicht noch größer als vorher. Dennoch bereuen wir die Entscheidung nicht und stehen  dazu. Wir hoffen, unsere Tochter wird unsere Beweggründe verstehen und wie wir der Meinung sein, dass Liebe eine Familie formt und nicht die Gene.

 

Viele haben ein Problem mit einer Embryospende, da sie dann ihre eigenen Gene nicht weitergeben. Wie habt Ihr vor der Spende darüber gedacht und denken Du und / oder Dein Partner jetzt noch immer manchmal darüber nach?

Die Weitergabe unserer Gene war und ist uns nicht wichtig.

 

War es schwierig für Dich, einen Arzt zu finden, der Euch bei Eurem Vorhaben unterstützt? Oder hast Du es gar nicht erzählt, sondern eine ICSI mit eigenen Eizellen als Vorwand für die Untersuchungen genommen?

Am Anfang wollten wir es für uns behalten, weil wir wissen, dass Ärzte in Deutschland sich in arge Schwierigkeiten bringen, wenn sie Paare wie uns unterstützen. Allerdings kann ich nicht lügen und habe mich extrem unwohl gefühlt – daher haben wir unseren Arzt dann doch sehr schnell eingeweiht und wurden von Anfang an komplett unterstützt.

 

Spenderinnen werden in der Regel nach äußerlichen Merkmalen wie z. B. Größe, Haar- und Augenfarbe von den Kliniken ausgesucht, um zu den zukünftigen Eltern optisch zu passen.  Wie wichtig war Euch das oder gab es ein anderes Merkmal, dass Ihr Euch in Bezug auf die Spenderin „gewünscht“ habt?

Uns wurde sogar erzählt, dass es Paare gibt, denen es wichtig ist, dass die Spenderin keine Brille trägt. So etwas war uns absolut nicht wichtig. Wir haben uns sowohl bei der Spenderin als auch beim Spender grob an uns selbst orientiert, was Größe, Gewicht, Haar- und Augenfarbe anbelangt.

Am wichtigsten war uns eigentlich, dass die Blutgruppe passt. Mein Mann und ich haben die gleiche Blutgruppe und wir wollten, dass unser Kind auch diese Blutgruppe hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schnell man gesundheitlich in eine Situation kommt, in der man auf Hilfe angewiesen ist und ich möchte meinem Kind nicht sagen müssen, dass wir nicht helfen können, weil leider die Blutgruppe nicht passt.

 

Habt Ihr einen Spenderinnenvorschlag abgelehnt, da Ihr ein ungutes Gefühl hattet und „es einfach nicht gepasst“ hat? Wenn ja, warum? Was hat Euch gestört?

Wir haben ehrlich gesagt gar keine Vorschläge bekommen. Wir haben ja wie oben beschrieben Kriterien festgelegt – sobald eine Spenderin bzw. ein Spender da war, die/der alle Kriterien erfüllt hat, haben wir losgelegt.

 

Habt Ihr Euch schon entschieden, ob Ihr Euer Kind / Eure Kinder über Ihre ganz besondere Entstehungsgeschichte aufklären?

Auf jeden Fall! Ehrlichkeit und Vertrauen sind für uns die wesentlichen Grundsteine einer liebevollen Beziehung. Unser Kind hat das Recht zu erfahren, wie es entstanden ist. Wir sind auch der Meinung, dass sich so ein „Familiengeheimnis“ nicht bewahren lässt und wenn es irgendwann rauskommt, bedeutet das für das Kind einen riesigen Vertrauensbruch. Das möchten wir auf gar keinen Fall.

 

Falls ja: Wisst Ihr schon, wie genau Ihr dabei vorgehen wollt?

Wir werden uns Bilderbücher besorgen, die das Thema kindgerecht behandeln. Wir wollen unser Kind von klein auf damit aufwachsen lassen. Wir möchten keinen Zeitpunkt festlegen, an dem wir ein Aufklärungsgespräch führen, sondern das Thema ganz natürlich von Anfang an in den Alltag integrieren.  Und dann wollen wir das Kind nicht ständig damit konfrontieren, sondern sicherstellen, dass es Bescheid weiß und jederzeit Fragen stellen kann, auf die es dann natürlich ehrliche Antworten bekommt.

 

Wen habt Ihr im Vorfeld über die Embryospende eingeweiht (Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen, Internetbekannte?)? Würdet Ihr wieder so entscheiden? Wie war die Reaktion von denen, die Ihr eingeweiht habt? Falls es negative Kommentare gab, wie habt Ihr darauf reagiert?

Unsere Familien sowie enge Freunde. Wir haben fast ausschließlich gute Reaktionen erhalten und würden uns wieder so entscheiden. Die negativen Reaktionen bezogen sich eher auf das Leid der Spenderin und die Befürchtung, diese könnte ausgenutzt werden. Diese Bedenken haben wir Ernst genommen, konnten sie nach Gesprächen und Recherche aber entkräften.

 

Kommentiert das Umfeld oft (nicht) vorhandene Ähnlichkeit? Wie fühlt es sich für Euch an und wie geht Ihr damit um? 

Oft nicht, aber es gab durchaus schon derartige Kommentare. Ich habe eher den Eindruck, die Leute suchen nach Ähnlichkeiten. Dass keine große Ähnlichkeit da ist macht mir per se nichts aus. Verrückterweise habe ich eher Angst davor, im Dorf könnte getratscht werden, dass ich meinem Mann ein Kuckuckskind untergejubelt habe. Mein Mann fand das lustig und meinte nur, er wisse ja, dass es nicht so ist. 🙂

 

Habt Ihr noch einen besonderen Rat oder Geheimtipp an die Paare, die eine Eizell- oder Embryospende noch vor sich haben?

Nehmt euch die Zeit, die ihr braucht, um sicher zu sein, dass ihr diesen Weg gehen wollt. Wenn ihr euch entschieden habt, steht dazu und geht die ganze Sache voller Optimismus an. Die Chancen sind sehr gut!

 

Vielen Dank Kathi und Tom für dieses Interview!

Seid auch Ihr Eltern Dank Eizell- oder Embryospende? Dann meldet Euch gerne bei mir, gerne würde ich auch Euch interviewen.

Herzliche Grüße
Pippilottta

Ein Interview mit Simone und Richard

Simone (36) und Richard (37) haben vier Jahre versucht ein Kind zu bekommen. Leider konnte dieser Wunsch ohne „Hilfe“ nicht erfüllt werden. Deshalb ging es im Mai 2015 nach Tschechien zur Eizellspende. Heute sind sie glückliche Eltern von ihrer neun Monate alten Schnecke.

 

Mögt Ihr uns von Eurem Kinderwunschweg VOR der Spende erzählen? Und wieso habt Ihr Euch dazu entschieden eine Eizellspende in Anspruch zu nehmen?

Vor der Spende, dachte ich immer: ich lass einfach die Pille weg (2011) und schwupps bin ich schwanger. Mir war schon klar, dass es sich etwas hinziehen kann, das daraus vier Jahre werden hätten wir beide nicht gedacht. Nachdem ich die Pille abgesetzt hatte, wartete ich vergeblich auf meine Periode. Da ich mich zu der Zeit in meiner zweiten Ausbildung befand, machte ich mir zunächst keine Gedanken, bzw. hatte den Kopf voll mit meinen Prüfungen. Dann entschied ich mich doch mal zu meinem Frauenarzt zu gehen und mal nachzufragen ob das normal ist, schließlich nahm ich die Pille schon ewig. Naja, mein Frauenarzt schickte mich zu einem Kinderwunschzentrum, um genauere Untersuchungen durchführen zu lassen. Denn er erkannte bereits, dass ich keine Eizellen mehr habe. Auch da war mir noch nicht klar, was auf mich und uns zukommen würde.

Mit Hilfe von Hormonen versuchte man dort meinen Zyklus in Gang zu bekommen und zu schauen, ob ich noch eigene Eizellen produziere. Die Hiobsbotschaft kam zwei Tage vor Weihnachten: Vorzeitige Wechseljahre!!! Sie werden keine Kinder bekommen können!  Für mich brach eine Welt zusammen und auf Weihnachten hatte ich mal so gar keinen Bock mehr. Mein Mann musste auch ein paar Mal schlucken, aber ich denke für Männer ist es was Anderes. Ich war völlig fertig, mein Mann ganz cool und sagte immer: Das kriegen wir schon hin! Ähm…ja, nur wie ohne Eizellen, denn zaubern konnte und kann ich leider nicht.

Das Gespräch mit der Kiwu war sehr tränenreich und die Ärztin machte mir klar, das hier in Deutschland niemand helfen könne, ob ich schon mal was von Eizellspende gehört habe.  Nein, das hatte ich nicht. Warum sollte ich mich auch damit beschäftigen, ich was ja davon ausgegangen das alles tipp topp ist und ich Kinder ohne Ende bekommen könnte. Näher ging sie logischer weise nicht darauf ein, sie empfahl mir mal zu googeln… ich tat was sie „befahl“ 😉

 

Für viele ist es erst einmal ein Schock, den es zu verdauen gilt, wenn man gesagt bekommt, dass man sozusagen austherapiert ist. Fiel Euch die Entscheidung für eine Eizellspende schwer? Welche Gedanken gingen Euch dabei durch den Kopf?

Entscheidung zur Eizellspende viel uns, komischer weise, gar nicht schwer. Wir wollten beide ein Kind! Natürlich macht man sich Gedanken: wie ist das eine „fremde“ Eizelle zu bekommen. Kann ich das Kind lieben? Aber all diese Gedanken verflogen immer mehr, je näher wir unserem Ziel kamen. Unsere Schnecke ist zwar genetisch nicht von mir, aber das ist völlig nebensächlich. Ich habe sie von dem Tag an geliebt, als sie mir transferiert wurde.

 

Eine Spende ist keine Sache, für die man sich mal eben entscheidet. Wie lange hat der Entscheidungsprozess gedauert? Wer hat Euch in dieser Phase geholfen, hat Euch zugehört und Euch den Rücken gestärkt?

Oh nein, das ist gewiss keine Sache die man eben mal so eben entscheidet. Von der Diagnose bis zum Erstgespräch verging ein Jahr. Während des Jahres habe ich diverse Foren und Seiten im Internet studiert und mich informiert.

Unterstützung, was Gespräche darüber anging, bekamen wir von der Familie meines Mannes und ein paar Freunden. Meine Eltern hatte damit ein Problem und ich hatte immer das Gefühl, es ist ihnen nicht recht. Es war eine schwierige Zeit, denn kurz nach der Diagnose eröffnete mir meine Schwester, dass sie schwanger sei!

 

Habt Ihr (parallel) über eine Adoption oder ein Pflegekind nachgedacht?

Nein, das war überhaupt kein Thema.

 

Wie seid Ihr bei der Wahl Eurer Klinik vorgegangen? Welche Kriterien waren Euch besonders wichtig, welche wären schön gewesen, wenn die Klinik sie erfüllt hätte?

Die Wahl der Klinik ist eine Bauchsache. Ich habe bestimmt acht Kliniken angeschrieben, mir einen Ordner angelegt und die wichtigsten Fakten notiert. Sehr darauf geachtet habe ich auf die moderne Ausstattung der Klinik, das Deutsch gesprochen wird, sowie die Erfolgsrate bei Eizellspende und natürlich auch die Preise. Im Endeffekt wurde es die erste Klinik die damals geantwortet hat. Mein Mann hielt sich da völlig raus, was mich damals echt sauer gemacht hat. Aber heute denke ich, er hatte recht denn er sagte immer: Du musst dich dort wohlfühlen, ich geben nur einen „geringen“ Teil dazu bei. Ich stehe total hinter dir. Hach, ich weiß schon warum ich ihn geheiratet hab <3

Lange Rede, kurzer Sinn. Nach 10 Monaten war die Klinik gefunden und der Termin für das Erstgespräch stand an.

 

In welchem Land hattet Ihr eine Spende und warum dort?

In Tschechien, dort war die Wartezeit sehr gering und aus diversen Foren hatte ich nur positives über Eizellspende dort gelesen. Auch preislich war es in Ordnung.

 

Nur in wenigen Ländern ist eine offene Spende möglich. Sofern Ihr eine anonyme Spende hattet, hattet Ihr im Vorfeld große moralische Bedenken und wie fühlt es sich nun nach der Entbindung an? Sind eventuelle Bedenken weiterhin vorhanden?

Wir hatten nie moralische Bedenken, die wurden uns ab und zu mal von meiner Familie eingeredet. Kurz nach der Entbindung unserer Schnecke, kamen mal Bedenken auf: wie ist es für sie zu erfahren das ich nicht ihre genetische Mutter bin. Aber die sind völlig verflogen. Wir möchten sie auch wahrscheinlich irgendwann darüber aufklären, dazu gibt es auch einige Bücher die dann hoffentlich helfen werden.

 

Viele haben ein Problem mit einer Eizellspende, da sie dann ihre eigenen Gene nicht weitergeben. Wie habt Ihr vor der Spende darüber gedacht und denken Du und / oder Dein Partner jetzt noch immer manchmal darüber nach?

Wie bereits geschrieben, war der Gedanke mal kurz da…aber auch schnell wieder verflogen. Sie ist und bleibt mein Kind, ich habe sie 41 Wochen unter meinem Herzen getragen!!!

Auch mein Mann denkt da nicht drüber nach.

 

War es schwierig für Dich, einen Arzt zu finden, der Euch bei Eurem Vorhaben unterstützt? Oder hast Du es gar nicht erzählt, sondern eine ICSI mit eigenen Eizellen als Vorwand für die Untersuchungen genommen?

Mein Frauenarzt war eine große Hilfe, er unterstützte mich die ganze Zeit. Natürlich durfte er offiziell nichts davon wissen, aber er fand meinen „Fall“ sehr interessant und fragte mir oft Löcher in den Bauch. Ich war seine erste Patientin die auf eine Eizellspende zurückgreifen musste. Die Untersuchungen machte er unentgeltlich und half wo er konnte.

 

Spenderinnen werden in der Regel nach äußerlichen Merkmalen wie z. B. Größe, Haar- und Augenfarbe von den Kliniken ausgesucht, um zu den zukünftigen Eltern optisch zu passen.  Wie wichtig war Euch das oder gab es ein anderes Merkmal, dass Ihr Euch in Bezug auf die Spenderin „gewünscht“ habt?

Am Anfang war es uns sehr wichtig das das Aussehen mir/uns ähnelt. Mittlerweile denke ich da anders drüber, Hauptsache es wird eine Spenderin gefunden die uns hilft, unseren Traum zu erfüllen.

 

Habt Ihr einen Spenderinnenvorschlag abgelehnt, da Ihr ein ungutes Gefühl hattet und „es einfach nicht gepasst“ hat? Wenn ja, warum? Was hat Euch gestört?

Wir haben sofort den ersten Vorschlag angenommen.

 

Habt Ihr Euch schon entschieden, ob Ihr Euer Kind / Eure Kinder über Ihre ganz besondere Entstehungsgeschichte aufklären?

Im Moment denken wir über Aufklärung nicht nach, waren uns aber einig, dass wir es irgendwann machen wollen. Wir genießen erstmal die Zeit mit unserer Schnecke und sehen dann weiter, wenn es soweit ist.

 

Falls ja: Wisst Ihr schon, wie genau Ihr dabei vorgehen wollt?

Auch zu diesem Thema gibt es Bücher, oftmals in Englisch aber ich meine mich daran zu erinnern, dass es bald auch etwas auf Deutsch geben wird. Mit Hilfe einer Geschichte, wird es einfacher sein unsere Tochter aufzuklären, denn das verständlich zu erklären ist schon problematisch.

 

Wen habt Ihr im Vorfeld über die Eizellspende eingeweiht (Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen, Internetbekannte?)? Würdet Ihr wieder so entscheiden? Wie war die Reaktion von denen, die Ihr eingeweiht habt? Falls es negative Kommentare gab, wie habt Ihr darauf reagiert?

Familie, Freunde, Arbeitskollegen/Chefin wurden eingeweiht. Definitiv zu viele! Falls es zu einem weiteren Versuch kommen wird, würden wir es erstmal ganz für uns behalten. Ich wurde ständig auf das Thema angesprochen und auch jetzt wo unsere Schnecke da ist, wird immer wieder über das Thema Eizellspende gesprochen.

Manche konnten damit nicht umgehen, vor allem meine Eltern. Da kamen Kommentare wie: wenn es nicht sein soll, dann soll es halt nicht sei. Ähm ja, das sagt eine zweifache Mutter. Es tat weh und ich habe mich immer mehr zurückgezogen. Jetzt lieben sie unsere Tochter über alles und es ist völlig ok für sie.

 

Kommentiert das Umfeld oft (nicht) vorhandene Ähnlichkeit? Wie fühlt es sich für Euch an und wie geht Ihr damit um? 

Ja klar. Ich freu mich darüber und denke mir meinen Teil dazu 😉 Meine Familie und auch wir erkennen sogar Ähnlichkeiten mit unserem Neffen. Ich find es immer wieder witzig, denn daran merkt man einfach, dass es überhaupt nicht darauf ankommt ob irgendwelche Genen da sind oder eben nicht.

 

Habt Ihr noch einen besonderen Rat oder Geheimtipp an die Paare, die eine Eizell- oder Embryospende noch vor sich haben?

Gebt euren Kinderwunsch niemals auf. Hört auf euer Bauchgefühl und lasst euch von niemanden beeinflussen. Niemand der dieses Schicksal nicht teilt, kann den Schmerz, diese Unvollständigkeit nicht nachvollziehen. Sucht euch Hilfe in verschiedenen Foren, ich habe vor allem Hilfe bei Facebook bekommen und bin so glücklich diese Gruppe gefunden zu haben. Nehmt euch Zeit zum recherchieren

 

Vielen Dank Simone und Richard für dieses Interview!

Seid auch Ihr Eltern Dank Eizell- oder Embryospende? Dann meldet Euch gerne bei mir, gerne würde ich auch Euch interviewen.

Herzliche Grüße
Pippilottta

Ein Interview mit Robert und Susann

Für Robert (43 Jahre alt) und Susann (35 Jahre alt) erfüllte sich durch die Eizellspende in Prag ihr größter Traum! Ihre kleine Lina ist nun fast 6 Monate alt.

 

Mögt Ihr uns von Eurem Kinderwunschweg VOR der Spende erzählen? Und wieso habt Ihr Euch dazu entschieden eine Eizellspende in Anspruch zu nehmen?

Da ich in den vorzeitigen Wechseljahren bin, konnte man uns hier in Deutschland nicht mehr helfen. Man hatte uns dezent auf die Möglichkeit der Eizellspende aufmerksam gemacht. Versuche hier in Deutschland schwanger zu werden (Kinderwunschklinik etc.) hatten wir gar nicht, da meine Eizellreserven bereits aufgebraucht waren und es wohlmöglich nur verschenkte Zeit, Geld und Nerven gewesen werden.

 

Für viele ist es erst einmal ein Schock, den es zu verdauen gilt, wenn man gesagt bekommt, dass man sozusagen austherapiert ist. Fiel Euch die Entscheidung für eine Eizellspende schwer? Welche Gedanken gingen Euch dabei durch den Kopf?

Für uns war es schon ein Schock, dass wir überhaupt in eine Kinderwunschklinik geschickt wurden. Da war die Eizellspende ein noch größerer Schock. Sich damit anzufreunden, dass man nie ein genetisch leibliches Kind bekommen könnte…. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg. Für meinen Mann war es eher schnell klar: entweder wir probieren es oder wir leben halt ohne Kinder. Seine Aussage war „ich habe Dich nicht geheiratet damit Du mir Kinder schenkst, sondern weil ich Dich heiraten wollte!“ Man fühlt sich als Frau irgendwie schuldig, dass man seinem Mann keine Kinder schenken kann – einfach so…

Ich brauchte aber noch ca. 6 Monate um mich überhaupt mit den Gedanken anzufreunden. Und dann ging es relativ schnell….

 

Eine Spende ist keine Sache, für die man sich mal eben entscheidet. Wielange hat der Entscheidungsprozess gedauert? Wer hat Euch in dieser Phase geholfen, hat Euch zugehört und Euch den Rücken gestärkt?

Unsere Eltern wussten es von Anfang an.Mein Mann hat sich 2 Freunden anvertraut, ich war da eher noch offener…. Hab es mehreren engen Freundinnen erzählt. Um mich vielleicht „abzusichern“ ?!?! Ich weiß es nicht. Ich brauchte diesen Austausch und brauchte verschiedene Meinungen zu dem Thema. Von Diagnose bis zum Anschreiben einer Klinik hat es etwa 1 Jahr gedauert.

 

Habt Ihr (parallel) über eine Adoption oder ein Pflegekind nachgedacht?

Nein

 

Wie seid Ihr bei der Wahl Eurer Klinik vorgegangen? Welche Kriterien waren Euch besonders wichtig, welche wären schön gewesen, wenn die Klinik sie erfüllt hätte?

Ich habe mir im Internet Kliniken angesehen, war auch in einem Forum. Habe 3 Stück rausgesucht, sie meinem Mann gezeigt und ihn gebeten eine auszuwählen. Es hatte sich mit meiner Wahl gedeckt. Parallel hatte ich noch eine Klinik in Österreich angeschrieben, da dort die Spende nicht anonym verläuft. Unsere Wahl fiel trotzdem auf Tschechien.

 

In welchem Land hattet Ihr eine Spende und warum dort?

Tschechien – Prag. Es war aus dem Bauch heraus und klar auch eine Kostenfrage.

 

Nur in wenigen Ländern ist eine offene Spende möglich. Sofern Ihr eine anonyme Spende hattet, hattet Ihr im Vorfeld große moralische Bedenken und wie fühlt es sich nun nach der Entbindung an? Sind eventuelle Bedenken weiterhin vorhanden?

Natürlich hatten wir bedenken. Auch jetzt schleicht sich schon manchmal der Gedanke ein, was wir eventuell ihr damit verwehrt haben. Auch was das Aussehen angeht – ist es schon manchmal schmerzlich zu wissen, dass ich nie eine Ähnlichkeit mit ihr haben werde. Ich hoffe, sie wird verstehen warum wir so gehandelt haben bzw. hoffen wir, dass ihr nicht mal ein großer Teil in ihrem Leben fehlen wird. Wir sind nun diesen Weg gegangen und stehen auch voll dahinter.

 

Viele haben ein Problem mit einer Eizellspende, da sie dann ihre eigenen Gene nicht weitergeben. Wie habt Ihr vor der Spende darüber gedacht und denken Du und / oder Dein Partner jetzt noch immer manchmal darüber nach?

Wir hatten vor unserer Babyplanung keine Ahnung von der Eizellspende. Man kannte diese gängigen Dinge wie Adoption oder Pflegeelternschaft, aber das Thema Spende war für uns neu.

Wir sind der Meinung, es könnte auch in Deutschland funktionieren bzw. sollte das Gesetz hierzu neu überarbeitet werden. Ich glaube die Nachfrage ist hier sehr hoch. Durch das Internet wurden wir darauf aufmerksam, wie viele solche Spenden benötigen und in Anspruch nehmen.

Ich denke häufiger darüber nach. Mein Mann weniger, aber sie ist ja auch sein leibliches Kind.

 

War es schwierig für Dich, einen Arzt zu finden, der Euch bei Eurem Vorhaben unterstützt? Oder hast Du es gar nicht erzählt, sondern eine ICSI mit eigenen Eizellen als Vorwand für die Untersuchungen genommen?

Der Arzt in der Kinderwunschklinik hat uns eine Ärztin in unserem Ort empfohlen. Er wusste, dass sie im Bereich Fortpflanzungsmedizin bereits tätig war. Diese Ärztin war von Anfang positiv der Sache eingestellt und fieberte immer mit.

 

Spenderinnen werden in der Regel nach äußerlichen Merkmalen wie z. B. Größe, Haar- und Augenfarbe von den Kliniken ausgesucht, um zu den zukünftigen Eltern optisch zu passen.  Wie wichtig war Euch das oder gab es ein anderes Merkmal, dass Ihr Euch in Bezug auf die Spenderin „gewünscht“ habt?

Wir haben der Klinik vertraut. Haben im Vorfeld Fotos von mir geschickt und die Daten von mir (Größe, Haarfarbe etc.). Haben nur noch erwähnt, dass sie keine kleine Stupsnase haben soll, da in unseren beiden Familien eher markantere Nasen vorhanden sind.

 

Habt Ihr einen Spenderinnenvorschlag abgelehnt, da Ihr ein ungutes Gefühl hattet und „es einfach nicht gepasst“ hat? Wenn ja, warum? Was hat Euch gestört?

Nein

 

Habt Ihr Euch schon entschieden, ob Ihr Euer Kind / Eure Kinder über Ihre ganz besondere Entstehungsgeschichte aufklären?

Wir wollen aufklären, wissen aber noch nicht genau wie. Die Vorstellung ist, so früh wie möglich das Thema anzugehen. Überlegung ist, es mit einem Buch zu erklären. Es gibt derartige Aufklärungsbücher, zwar auf Englisch, aber das wäre nicht das Problem.

 

Wen habt Ihr im Vorfeld über die Eizellspende eingeweiht (Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen, Internetbekannte?)? Würdet Ihr wieder so entscheiden? Wie war die Reaktion von denen, die Ihr eingeweiht habt? Falls es negative Kommentare gab, wie habt Ihr darauf reagiert?

Ich habe Freundinnen und Internetbekanntschaften (aus Foren zu diesem Thema), mein Mann hat 2 Freunde eingeweiht. Eltern waren sowieso von Anfang an in Kenntnis gesetzt. Bisher waren die Reaktionen positiv und keiner kann verstehen, dass es Deutschland nicht erlaubt ist.

 

Kommentiert das Umfeld oft (nicht) vorhandene Ähnlichkeit? Wie fühlt es sich für Euch an und wie geht Ihr damit um? 

Bisher wurde ich einmal direkt angesprochen, dass keine Ähnlichkeit zu mir vorhanden wäre. Es tut schon weh. Manchmal stelle ich mir auch vor, wie die Spenderin aussieht.. aber diese Gedanken sind nicht immer präsent. Wir bzw. gerade ich liebe unsere Tochter über alles.

 

Habt Ihr noch einen besonderen Rat oder Geheimtipp an die Paare, die eine Eizell- oder Embryospende noch vor sich haben?

Handelt nach Eurem Bauchgefühl. Wenn ihr Euch mit diesen Schritt wohl fühlt und sicher seid, dann geht diesen Weg. Durch diese Spende hatte ich das Glück eine Schwangerschaft und Geburt zu erfahren. Ich bin unendlich dankbar und froh, dass wir diese Möglichkeit bekommen haben und nun eine Familie sind.

 

Vielen Dank Robert und Susann für dieses Interview!

Seid auch Ihr Eltern Dank Eizell- oder Embryospende? Dann meldet Euch gerne bei mir, gerne würde ich auch Euch interviewen.

Herzliche Grüße
Pippilottta

Liebster Award – Das „Alles Familie?!“-Spezial

liebster Award

Tina Wünsche, Du Liebe, vielen lieben Dank für Deine Nominierung zum Liebster Award – „Alles Familie?!“-Spezial! Sehr gerne beantworte ich Dir Deine Fragen! Es hat zwar nun leider etwas gedauert, aaaber ich habe es endlich geschafft 🙂

Gehört/e der Wunsch, schwanger zu sein, zu Deinem Kinderwunsch?
Ja! Mein Lieblingsmensch schlug irgendwann einmal vor, ob wir es nicht mit einer Leihmutter versuchen wollten. Meine erste REaktion war ein klares Nein. Ich wollte lieber schwanger sein mit gespendeten Eizellen, als mit eigenen Eizellen nicht schwanger zu sein. Ganz ausschließen wollte ich es trotzdem nicht, denn ich hätte auch ganz zu BEginn unserer Kinderwunsch-„Karriere“ zu fremden Eizellen nein gesagt. Man muss einen Weg erst gehen,um zu entscheiden, wie man an einer Kreuzung weitergehen möchte.

Wie lange ist/war Dein Kinderwunschweg?
Insgesamt sogar 5,5 Jahre seit Absetzen der Pille. Zu Beginn haben wir erstmal nur fleißig „geübt“, uns anschließend vonm Urologen bzw. Gyn untersuchen lassen. Keiner hat Tacheless geredet und uns in eine Kiwu geschickt. Dadurch haben wir viel Zeit verloren, was mich meine Eizellen gekostet hat, denn als wir endlich alle Baustellen aufgedeckt hatten, war meine Reserve nahezu aufgebraucht. 🙁

Wann sollte der Weg zu Ende sein?
Nach insgesamt 7 ICSIs (inklusive einer Fehlgeburt in der 10. SSW) haben wir uns dazu entschieden, den Weg der Eizellspende zu gehen. Wir hatte ein Garantiepaket gebucht, so dass wir zu unserem Frischversuch mindestens eine Kryo garantiert bekommen haben und bei zwei Vollversuchen wäre der driite Vollversuch kostenlos gewesen. Insgesamt hätten wir also 6-9 Transfere gemacht, bevor es zu Plan B übergegangen wäre (wie auch immer der ausgesehen hätte. Da gingen unsere Meinungen etwas auseinander).

Welche Wege, ein Kind zu bekommen, schließt Du für Dich (!) aus.
Das ist eine gute Frage. Sponat würde ich die Pflege ausschließen und evtl. auch die Adoption. ICh wollte schwanger sein und komplett für die Versorgung des Kindes verantwortlich sein. Ich weiß jedoch nicht, wie ich darüber gedacht hätte, wenn unser Plan B, die Eizellspende, nicht geklappt hätte.

Sprecht Ihr über diese Wege und seid Ihr Euch über diese Wege immer einig/gewesen?
Zumindest was dennächsten Step anging waren wir uns immer einig. Manchmal musste mein Lieblingsmensch die Bremse ziehen und mich daran erinnern, dass ich eine Pause brauchte 🙂

Wie hast Du/Könntest Du Dich entscheiden, ein Kind zu bekommen, dass genetisch nicht oder nur zum Teil von Euch stammt?
Das kann ich gar nicht genau sagen. Es war ein schleichender Prozess. Irgendwann bin ich auf diese Möglichkeit gestoßen und der Gedanke konnte reifen. Wir hatten bedingt dadurch, dass das mit den Killerzellen erst spät herausgefunden wurde, noch mindestens eine ICSI mit eigenen Eizellen geplant und durch die Fehlgeburt dann noch eine bekommen. Am Abend des letzten Negativs saß ich schon am Rechner uns habe Kliniken angeschrieben 🙂

Würdest/Wirst Du es Deinen Kindern sagen?
Auf jeden Fall! Ich bin fest davon überzeugt, dass soetwas immer rauskommt. Irgendwann, durch einen doofen Zufall. Und ich möchte auf keinen Fall riskieren, dass meine Punkte sich dann hintergagngen und belogen vorkommen. Vertrauen ist das A und O in jeder zwischenmenschlichen Beziehung.

Hättest/Hast Du Angst davor, dass Dein Kind eines Tages nach seinen genetischen Wurzeln suchen wird?
Nein, ich würde es ihnen sogar wünschen. Leider ist die Eizellspende in Tschechien anonym, was bedeutet, dass wir leider keine Möglichkeit haben werden, die Soenderin kennenzulernen und ihr zu danken, es sei denn, dass irgendwann in der Zukunft die GEsetze dahin gehend geändert werden. SOllte das nicht der Fall sein, werden wir mit den Pubkten nach Prag reisen und ihnen zeigen, wo ein Teil von ihnen ihre Wurzeln hat.

Wem würdest Du/hast Du von der Entstehung Deiner Familie erzählen/erzählt?
All unsere engsten Freunde (inkluisive meiner beiden Cousinen) sind eingeweiht sowie meine Mama. Das war auch gut so, denn sie alle haben uns wahnsinnig aufgefangen und gestützt während unserer Kiwu-Zeit. Unseren Vätern haben wir einmal von der Möglichkeit der Eizellspende erzählt, jedoch wurde nie nachgefragt. Und meine Schwiegermama weiß zwar von der künstlichen Befruchtung, jedoch wollte sie hier keine Einzelheiten hören, weswegen wir ihr auch nichts erzählt haben. Wenn mich jemand Fremdes fragt, sage ich nur, dass wir hormonelle Unterstützung benötigten. Wir möchten, dass die Punkte später selbst entscheiden können, wem sie es erzählen möchten.

Wer wir sind: Erworben oder vererbt?
Teils teils. Ich denke, dass ein groooßer Anteil durch Mimik und Gestik bestimmt wird. Geauso wie die Einstellung. Das was vererbt wird, sind lediglich ein paar Gene und laut einer Studie (ich habe darüber berichtet), tragen Eizellspendekinder die DNA von sogar drei Personen in sich, also auch die Gene der Mama, die sie ausgetragen hat.

Gleicher Tag, gleiche Uhrzeit: Was machst Du in genau 10 Jahren gerade?
Ich komme vermutlich gerade von der Arbeit, gehe noch schnell einkaufen und freue mich, dass meine kleinen Schätze gleich von der Schule kommen werden. Bei so einem Wetter wie heute (bis zu 31 Grad) würde ich zudem schnell unsere Badesachen, kalte Getränke und jede Menge Obst einpacken, um mit ihnen an den See zufahren, wo wir ausnahmsweise Pommes mit Ketchup und ein riesen großes Eis vernaschen würden.

Da ich mir ziemlich sicher bin, dass fast alle Blogs, die ich hier lese, diesen Award bereits mindestens einmal bekommen habe, möchte ich einfach alle herzlich einladen, ebenfalls Tinas Fragen zu beantworten.

Herzliche Grüße
Eure Pippilottta