Plan B - Eizellspende
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Wie mich jede Warteschleife stärker werden lässt…

„Keiner Ist Wie Du“

Du bist immer noch irgendwie hier,
immer noch hier bei mir,
nach all den Jahr‘n verfolgst du mich im Traum.

Ich will immer noch nicht, dass du gehst,
ich kann es immer noch nicht ganz versteh’n,
wieso weshalb warum soll ich dir glauben?

Ich will nie wieder meinen Kopf verlier’n,
ich will nie wieder mein Herz riskier’n,
ich will nie wieder solche Schmerzen spür’n,
wegen dir.

Ich will nie wieder alleine bleib’n,
ich will nie wieder so einsam sein,
nie wieder so furchtbar leiden,
wegen dir.

Doch keiner ist wie du,
ich geb‘s jetzt endlich zu.

Was wär aus uns geworden,
’n Haus ’n Kind ’n Hund,
manchmal fang‘ ich an zu fantasier’n.

Wir haben‘s uns selbst verdorben,
den großen Traum vom Glück,
du weißt, dass ich dich immer noch vermiss.

Ich will nie wieder mein Kopf verlier’n,
ich will nie wieder mein Herz riskier’n,
ich will nie wieder solche Schmerzen spür’n,
wegen dir.

Ich will nie wieder alleine bleib’n,
ich will nie wieder so einsam sein,
nie wieder so furchtbar leiden,
wegen dir.

Es gibt noch Andere, noch Interessantere.
Doch ich muss dir gestehen, keiner ist wie du. […]

 

Ich kann es gar nicht genau erklären, aber ich bversuche es mal. In unserer ersten Warteschleife habe ich irgendwie nicht daran gezweifelt, dass unsere erste ICSI negativ ausgehen könnte. Natürlich waren die Gedanken da, aber irgendwie so unreal und eher wie ein schlechter Scherz.

 

Stellt Euch nun mal eine Waage vor:
Auf der einen Seite ist die Zuversicht, dass es geklappt hat und auf der anderen Seite der Gedanke, dass es vielleicht auch nicht geklappt hat. Mit jeder ICSI (und da hatten wir nun mehr als genug), verschob sich das Gleichgewicht. Haben wir nach einem Negativ etwas neues herausgefunden, sind einen neuen Weg gegangen (TCM, andere Dosierung, Killerzellen aktiv angegangen, Wechsel von Plan A zu Plan B), so bekam die positive Seite wieder etwas mehr gewicht, schwenkte aber auch wieder schnell Richtung negativ um. (Diese Waage beschreibt die Grundstimmung in meinen Warteschleifen, im Moment überwiegt die positive Seite eindeutig).

 

Und nun stellt Euch zwei Tabletts vor: Auf dem einen liegt eine Zukunft mit Kindern und auf der anderen die Zukunft ohne Kinder. Zu Beginn (als bei unserer ersten ICSI) war das eine Tablett farbenfroh, voller Ideen und mit viel Spaß verziert. Das andere hingegen war so ziemlich leer, dunkel und freudlos. Es lag eine Reise drauf, evtl. ein Hund, aber das passte problemlos auch noch mit auf’s andere Tablett! Notfalls wird eben nach oben gestapelt.

 

Vielleicht ist ein Selbstschutz (man weiß schließlich wirklich nicht, wann und wo der Weg mal enden wird) oder einfach nur ein sehr lange andauernder Prozess, aber mit jeder Warteschleife befülle und schmücke ich gedankllich das „andere“ Tablett. Es steht weiterhin im Keller, aber es wirkt schon lange nicht mehr so grau und lieblos auf mich. Ich bin noch lange nicht bereit, es zu uns nach oben zu holen, ich finde, es kann froih sein, dass es nicht in der Garage, sondern drinnen im warmen Keller steht,aber das muss ich ja auch noch nicht.

 

Aaaber: was ich kann und tue, ist, immer mal wieder in Keller zu gehen und es mir mal genau anzuschauen. Denn es hat auch seine schönen Ecken. Es sieht eben anders aus, als das, was ich mir vorgestellt habe, aber ist es deshalb automatisch schlechter? Es ist anders. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Während ICSI 6 habe ich auf jeden Fall das Lied oben (gesungen von Sarah Connor) auf das Tablett getan und höre es seit dem in jeder weiteren Warteschlaife an. Es ist wie ein Zeitsprung, als würde ich mich uns meine Gedanken am Ende unseres Weges sehen und mit jeder Warteschleife muss ich weniger weinen bei diesem Lied. Es ist wie ein Blick aus der Zukunft zurück in die vergangenheit. Ein Abschied von IHM (dem Kinderwunsch). Es würde mit Siherheit weh tun, aber zum Glück habe ich noch ein paar Versuche, ein paar Monate, ein paar Warteschleifen (im Falle eines Negativs) vor mir.

 

Denn „Keiner Ist Wie Du“…

1 Kommentare

  1. Das ist ein wunderschönes Lied! Ach du Liebe , es ist so unfair, dass ihr, wir und soviele andere so einen beschwerlichen Weg gehen müsst. Ich wünsche euch von Herzen, dass dieser Weg endlich endlich belohnt wird.bitte lass das Tablett noch ein wenig im Keller. Mit der Waage haben sich mein Mann und ich immer abgewechselt. Ich drück dich ( und die Krümel)!

Ich freue mich über Kommentare, Gedanken und Anregungen :)