Plan B - Eizellspende
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Der Transfer der Pünktchen

Jetzt war es also so weit… Heute war der Transfer und ich war schon viel zu früh wach! Das ich meinen Lieblingsmenschen nicht wecken wolte, habe ich mir also mein Handy geschnappt und hab mich beschäftigt. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich schon wach war (ich meine, es stand auf jeden Fall eine „5“ auf dem Display), aber es war eine gefühlte Eeeewigkeit, bevor mein Wecker klingeln würde. Eeewigkeiten bis ich endlich in Dusche hüpfen, Zähne putzen, mich anziehen, Sachen zusammen packen undbereit für’s Frühstück sein konnte. Eeewigkeiten, bis ich endlich meine Gedanken und meinen Redebedarf rauslassen konnte.. Eeewigkeiten bis zum Transfer.

Irgendwann saßen wir endlich im Speisesaal und außer zwei Eiern, einer Scheibe Brot und einen Snickers habe ich nicht runterbekommen. Da wir erst um 11 Uhr unseren Termin hatten, sind wir nach dem Frühstück nochmal auf’s Zimmer und wir mussten wieder warten (Ob das irgendwann mal ein Ende hat?).

Als wir in die Klinik kamen, war das Wartezimmer voll und langsam konnte ich nicht mehr. Meine Blase drohte zu platzen und ich musste mal wohin. Eigentlich soll man mit gefüllter Blase beim Transfer erscheinen, aber der Gedanke daran, dass wir zum einen jetzt noch einige Zeit warten mussten, um dann nach dem Transfer nochmal 30 Minuten liegen zu bleiben, war unerträglich. Also musste es auch so gehen! Wir wurden in ein großes Zimmer geführt, in dem unsere Daten und Fotos unserer Blastozysten an die Wand gebeamt waren. Die Embryologin erklärte uns, dass sich von dem ersten Zweipäckchen nur ein Embry weiterentwickel hatte und sie daher ein zweites aufgetaut haben. Auch hier war ein Embryo top und der andere nicht. Was nun mit dem kleinen Bummler geschah, habe ich nicht herausbekommen (das Gespräch war auf Englisch und sie hat meine Frage vielleicht nicht ganz verstanden), was aber auch nebensäclich war. Wir hätten uns eh keine drei Eisbärchen einsetzen lassen und einen Bummler einzufrieren lohnt sich vermutlich nicht. Letztendlich war nur wichtig, dass ich gleich 2 wunderschöne und zeitgerechte Blastos transferiert bekommen sollte. Manch einer denkt nun vielleicht: „Und? Ist doch normal!“, aber für mich sind es die allerersten Blastos. Die Embryologin erklärte und, welcher Teil der Blastozyste später der Embryo und welcher Teil die Plazenta werden würden. Man sah auch schon die Stelle, an der die beiden „schlüpften“ und es ist eindeutig ein anderes Gefühl, so ein Bild zu sehen, als einen 4- /8- oder 16-Zeller.

Gegen 12 Uhr wurde ich dann abgeholt und in einen Umkleideraum geleitet. Ich bekam meinen Spint gezeigt, ein Namensschildchen, dass ich am Krankenbett befestigen sollte, die Unterlagen für die Ärztin und erklärt, wie es weitergeht. In unserer Klinik in Deutschland konnte mal einen Transfer eher mit einem Frauenarztbesuch vergleichen: Schlüppi aus, rauf auf den Stuhl, Schlüppi wieder an und im Wartezimmer auf einer Liege noch knapp eine halbe Stunde liegen bleiben. Hier in Prag war alles sehr klinisch, aber letztendlich mache ich fast alles mit, wenn es denn das gewünschte Ergebnis bringt!

Als ich also in meinem apricot-farbenen Hemdchen und meinen geblümten Socken in einem helltürkisen Bett saß, wollte ich dann auch eeendlich, dass es losgeht. Eine halbe Stunde später war es dann soweit! Ich durfte mit einer Schwester, die eine süße Eulen-OP-Haube trug, mit in den Raum nebenan und auf den Stuhl hüpfen. Die Ärztin schallte meinen Unterleib „von oben“ und erklärte mir alles. Während des Transferes übernahm die Eulen-Schwester den Schall und ich konnte am Monitor genau sehen, wie der Katheter eingeführt wurde und entwas Flüssigkeit in der Gebärmutter verblieben ist. Am liebsten hätte ich den Monitor gefilmt, damit auch mein Lieblingsmensch das sehen konnte 🙂

Als ich dachte, ich könne nun aufstehen, haben zwei Schwestern mein Krankenbett neben mich an die Liege gestellt und ich ich mustte nur ein Stückchen weiterrücken. Ich sollte erst in 20-30 Minuten aufstehen und fragte daher nach einem Kopfkissen. Das Bett war leider auch viel zu kurz, so dass die Füße hinten über das Gatter ragten, aber das war mir alles egal. Ich war glücklich, ich war schwanger… Zumindest so lange, bis ich eben dann vielleicht doch nicht mehr bin.

Irgendwann hatte ich Hummeln im Hintern und bin wieder zu meinem Schatz gegangen. Wir bekamen noch ein abschöließendes Gespräch mit der Ärztin, weitere Anweisungen, wie ich welche Medikamente nehmen solle, ein paar Rezepte und etwas Schokolade. Ich hätte die ganze Welct umarmen können, denn vielleicht vielleicht vielleicht war dieses wirkliich unser letzter Transfer!? Vielleicht war diese, unsere erste Eizellspoende auch die letzte. Vielleicht war unser Weg nun endlich zu Ende und wir am Ziel angekommen? Es ist so unwirklich und real zur gleichen Zeit und auf jeden fall ein gaaanz besonderes Gefühl…

6 Kommentare

  1. Liebe Pippi,

    ich drücke feste Daumen, dass sich endlich Euer Wünsche erfüllt und ihr ganz bald mindestens zu Dritt seid 😉
    Ganz liebe Grüße,
    FrauBitte

Ich freue mich über Kommentare, Gedanken und Anregungen :)