Plan A - Ohne ICSI geht es nicht, Plan B - Eizellspende
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Was wäre, wenn…?

Kennt Ihr das? Da beschäftigt man sich jahrelang mit dem Gedanken wie es ist, irgendwann einmal Mama zu sein, dass man eigentlich auch überhaupt nicht daran zweifelt, dass es irgendwann einmal auch anders sein könnte. „Eigentlich“… Denn hin und wieder fängt man doch an darüber nachzudenken. Ganz am Anfang schiebt man den Gedanken weit zur Seite, jetzt hilft einem ja die KiWu, jetzt wird es nicht mehr lange dauern. Mit jeder weiteren negativen ICSI (und damit meine ich nicht mal nur die eigenen) erwischt man sich dabei, sich zu überlegen, was danach kommt und wie weit man wohl geht, wielange man sich Hormone spritzen möchte und wielange man es auch psychisch aushält.

Ich für meinen Teil bin diesem Gedanken zwar schon hin und wieder begegnet, hatte aber noch gar keine Lust, mich mit ihm anzufreunden. In der Hinsicht bin ich ausnahmsweise mal etwas schüchtern (oder bockig?) und habe für den Fall der Fälle schon vor einiger Zeit vorgesorgt – meine Therapeutin weiß Bescheid, dass ich evtl. irgendwann dabei ihre Hilfe benötigen könnte. Im Moment bin ich jedoch (noch) sehr optimistisch und zuversichtlich. Bestimmt fragt Ihr Euch nun, woher ich diese Zuversicht nach mittlerweile 6 negativen ICSIs, wovon eine in einer Fehlgeburt in der 10. SSW endete, nehme. Und wisst Ihr was? Ich habe keine Ahnung! Vielleicht, weil wir uns mittlerweile Zeit lassen zwischen jeder ICSI. Zeit, um mich körperlich und seelisch zu erholen. Vielleicht, weil wir seit der Entdeckung meines NK-Wertes (Killerzellen) praktisch erst eine ICSI hatten. Und Frau im Schnitt bei der 4. ICSI schwanger wird. Vielleicht, weil ich wahnsinnig motiviert bin von Geschichten von anderen Mädels, die es auch nach etlichen Versuchen geschafft haben (zum Beispiel Hanni oder meine ganzen Mädels aus der Eizellspende-Gruppe bei FB). Vielleicht, weil ich weiß, dass wir noch 1-2 Versuche mit eigenen Eizellen wagen werden und danach noch immer unseren Plan B, die Eizellspende, haben. Evtl. hätten wir noch einen Plan C, aber der ist noch nicht ganz zu Ende gedacht.

Und selbst, falls es am Ende nicht klappen sollte, weiß ich einfach, dass wir zwar daran hart zu knabbern haben würden, aber dennoch nicht daran zerbrechen würden. Weil ich wahnsinnig tolle Freunde habe, die mir trotz meiner Kinderlosigkeit nie das Gefühl geben, nicht dazuzugehören. Weil ich mich fallen lassen könnte, falls ich der Typ dazu wäre und genau weiß, dass sie mich auffangen würden und auch schon jetzt lassen Sie mir meine Zeit, die ich manchmal brauche, um nach einem weniger guten Tag wieder fröhlich zu sein. Weil das Stöpsel-Thema zwar präsent ist, aber nicht unser Leben dominiert.

Ganz einfach, weil ich es einfach im Gefühl habe, dass wir am Ende dieser Achterbahnfahrt aussteigen werden und (egal ob zu zweit, zu dritt oder zu viert) glücklich sein werden… Es ist einfach nur so ein Gefühl…

11 Kommentare

  1. Liebe Pippi, das hört sich seeehr schön an, wenn du das so schreibst. Bei aller Tragik eures Weges scheinst du doch nicht aufzugeben, das finde ich wirklich bewundernswert. Wir sind noch ganz am Anfang (vor KiWu-Klinik usw), hatten erst eine IUI beim FA, und ich frage mich oft, wie weit wir gehen können und ich hoffe, dass auch wir die Kraft und den Mut finden so hoffnungsvoll für unseren Traum zu kämpfen. Ich drück euch die Daumen, dass ihr Plan B und C in der Schublade lassen könnt!
    Alles Liebe, Frau Einstrich

    • Liebe Frau Einstrich,

      am Anfang unserer KiWu-Karriere hätte ich niemals gedacht. Dass wir sooo lange brauchen werden (oder durchhalten?). Wir waren jetzt ja schließlich in Behandlung, also habe ich auch gar nicht daran gedacht, dass wir evtl. irgendwann mal ohne Baby sein könnten. Von Mal zu Mal habe ich irgendwie mehr Ehrgeiz entwickelt und Kraft gesammelt für den nächsten Versuch. Für deinen Weg wünsche ich dir von Herzen alles Liebe ❤️

  2. Liebe Pippi,
    ich beneide dich um deine Einstellung. So weit bin ich leider noch nicht.
    Ich merke auch, dass ich mich irgendwie vom Kinderwunsch distanziere, aber nicht weil ich es will, sondern um mich zu schützen.
    Früher hab ich mir nach jedem Eisprunherzeln, vorgestellt, wie sich nun alles verändert , und wie toll das Leben mit Kind sein wird. Heute traue ich mich nicht mal mehr nach Transfer, den Gedanken zuzulassen. Ich kann mir kaum noch vorstellen irgendwann mal schwanger zu sein. Ich „arbeite“ hier meine Kryos ab und hoffe, dass sich irgendwann innerhalb des nächsten Jahres wie durch ein Wunder irgend. etwas. ändert. Den Glauben daran hab ich leider verloren.
    Ich hoffe, dass wir auch glücklich aus der Achterbahnfahrt austeigen können.
    Die allerliebsten Grüße,
    Spring

    • Liebe Spring,

      vielleicht tut ein bisschen Abstand ganz gut! Denn je mehr man hofft, desto tiefer kann man eigentlich auch nur fallen. Und wenn wir es so sehen, dass es zwar das i-Tüpfelchen wäre, wir aber auch so glücklich sind oder sein können, dann können wir eigentlich h nur positiv überrascht werden. Und sollten wir ohne Albany aus dieser Achterbahn aussteigen, dann „besiegeln“ wir das mit einer Wahnsinnigen tollen Reise. Nach Thailand oder so 😉

      • Ja, Abstand tut gut, wenn man es schafft diesen zu nehmen. 😉
        Du hast ja recht, auch wir waren mal glücklich ohne Kind, vor dem Beginn der Kinderwunschzeit.
        Das Schlimme ist ja, man steigt nie wirklich aus. Denn auch wenn ihr oder wir mit der Behandlung aufhören, heißt das ja noch lange nicht, dass alle Hoffnung verloren ist. 🙂
        Ich wünsche euch weiterhin alles Gute und bin gespannt wo wir alle in ein paar Jährchen stehen!!! 😉

  3. Ach Pippi, das ist schön was du sagst!! Genauso ist das nämlich, auch wenn man es sich manchmal noch nicht vorstellen kann und ja vielleicht auch gar nicht muss weil ja am Ende doch alles so kommt wie wir uns das wünschen 🙂

Ich freue mich über Kommentare, Gedanken und Anregungen :)