Plan B - Eizellspende
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Lebenszeichen :) oder: Wie aus unserem Vorhaben, eine eigene befreundete Spenderin mit nach Dänemark zu nehmen, die Entscheidung auf eine anonyme Spenderin in Spanien fiel…

Irgendwie ist die letzte Woche gar nicht so viel passiert und irgendwie dann auch wieder doch! Ich hatte nie das Gefühl, dass es genug ist, um ein Update zu posten und dann… alles anders als gerade eben noch.

Unser Plan stand ja eigentlich ziemlich fest: eine eigene Spenderin. Fünf Freundinnen, die ich dafür knutschen könnte, hatten sich angeboten, uns zu helfen, unseren Traum zu verwirklichen. Es ging also hauptsächlich darum, eine geeignete Klinik zu finden. Wir haben natürlich auch rechts und links geschaut, um uns für den Fall der Fälle auch die Möglichkeiten der offenen und der anonymen Spende offen zu halten. Offen war einfach: Kliniken in Dänemark oder den Niederlanden, wobei sich letztere nie auf meine Mail rückgemeldet haben. In Dänemark hatten wir recht schnell eine tolle Kliniken gefunden, die uns empfohlen wurde. Hier wäre sowohl eine eigene Spenderin sowie auch offen und anonym Spende möglich. Und da wir Mitte Mai sowieso für ein Wochenende bei Freunden in Dänemark sein werden, war ich überglücklich, auch sofort einen Ersttermin zu bekommen!
Da ich in einigen Foren von Schwierigkeiten bzw. sehr langen Wartezeiten in Dänemark gelesen hatte, wollte ich auf Nummer sicher gehen und somit hatte ich gleichzeitig sowohl in Tschechien als auch in Spanien Kliniken für eine eventuelle anonyme Spende angeschrieben. In Tschechien haben beide angeschriebenen Kliniken umgehend zurückgeschrieben, jedoch stand bei beiden im ersten Absatz erst einmal wie toll die Kliniken doch wären, was mir irgendwie unsympathisch war. Trotzdem hab ich mir hier eine der beiden Kliniken, für den Fall, dass wir irgendwann einen allerallerletzten Versuch (EZS oder EMS) wagen wollen bevor wir aufgeben, rausgesucht. Das müssten mein Bauch, mein Herz und mein Kopf allerdings dann noch ausdiskutieren, denn in Bezug darauf sind sie sich so überhaupt nicht einig: Mein Bauch stellt sich komplett quer, zieht einen Schmollmund, den ich im Leben nie hinbekommen würde und weigert sich mit Händen und Füßen, egal ob es beim ersten Mal klappen wird oder nicht. Mein Herz ist so optimistisch, dass es keine Diskussion duldet und mein Kopf überlegt sich schon jetzt eine Strategie, wie er die beiden überzeugen kann, denn eine 60%ige Erfolgswahrscheinlichkeit bedeutet gleichzeitig eine 40%ige Misserfolgswahrscheinlichkeit.

Aus verschiedenen Gründen haben wir uns letztendlich doch für eine fremde Spenderin entschieden. Wieso, weshalb, warum wäre wieder eine eigene Geschichte, aber eigentlich ist das auch gar nicht relevant. Auf jeden Fall beschäftigten wir uns nun mit der Frage, ob offen (Dänemark) oder anonym (Dänemark, Spanien und Tschechien). Beides hat wie eigentlich alles sooo viele Vor-, aber auch Nachteile, dass es zumindest mir sehr schwer fiel, mich für eines zu entscheiden. Also wieder zurück über eine Klinikauswahl: In Spanien gefielen mir bisher zwei Kliniken sehr gut und bei den anderen gab es immer irgendetwas Klitzekleines, was mir irgendwie nicht passte. Über wieder ein anderes Forum bin ich auf eine Klinik aufmerksam geworden, die mir auch sehr gut gefiel, womit ich nun drei in der engeren Auswahl hatte.

Trotzdem hatte ich noch immer das Gefühl, nicht genug getan zu haben, also habe ich mir sowohl in Spanien, aber auch in Dänemark noch weitere Kliniken rausgesucht und angeschrieben. In Dänemark war es so, dass mir alle weiteren Kliniken gesagt haben, dass sie nur eine EZS durchführen könnten, wenn wir eine eigene Spenderin mitbringen würden. Es gäbe zwar Wartelisten, aber die Wahrscheinlichkeit, als Nicht-Däne an eine Spendereizelle zu kommen, sei fast gleich Null. Diese Aussage hat mich wiederum dazu gebracht, über unsere bisherige Favoritenklinik noch einmal nachzudenken. Hier bekam ich die Aussage, dass die Wartezeit 4-8 Monate dauert und auf Nachfrage sogar die Aussage, dass es selten länger als 5 Monate dauerte. Wieso gab es in einem und demselben Land bzw. sogar in ein und derselben Standt so unterschiedliche Aussagen? Entweder hat diese Klinik ein viel größeres Angebot an Spenderinnen oder sie „verdienen“ ihr Geld damit, Leute für die Warteliste zahlen zu lassen (Erstgespräch und Warteliste kosten zusammen knapp 600 Euro). Auch wenn ich einen sehr guten Eindruck von der Klinik hatte, hatte ich mir geschworen bei dem kleinsten unguten Gefühl auf eben dieses zu vertrauen.

Somit hat die anonyme Spende in Spanien „gewonnen“. Hier hatte ich ja bisher drei Kliniken, die mir gefallen haben. Nachdem ich ja, wie schon oben erwähnt, noch weitere Kliniken angeschrieben hatte, standen nun die „Top 4“ fest. Eine der vier Kliniken bietet leider nicht die Möglichkeiten des Embryoskopes an. Waren es nur noch drei. Nachdem ich nun alle Kliniken von rechts nach links, innen nach außen und oben nach unten betrachtet hatte, blieben trotzdem noch immer diese drei übrig. Also musste ein neuer Plan her. Ab auf fluege.de und mal geschaut, wie teuer die Flüge und die Erreichbarkeit überhaupt wären, da ich unbedingt von zu Hause aus fliegen wollte. Für zwei der Kliniken würden wir nach Alicante fliegen, für die dritte ganz woanders hin. Ha! Jetzt waren es nur noch zwei. Und beide ohne Wartezeit 🙂 Es kann also im September losgehen!

Der nächste Schritt ist, dass ich morgen unser Reisebüro anrufen und uns ein paar Angebote einholen werde. Laut Internet zahlen wir für zwei Personen in einem 4-Sterne-Hotel für 10 Tage nicht mal 1000 Euro. Die Entscheidung, welche Klinik wir letztendlich wirklich nehmen werden, können wir also noch immer fällen. Ihr glaubt gar nicht, was mir für ein Stein vom Herzen gefallen ist, dass wir zumindest jetzt schon soweit sind. Der Klinik in Dänemark hab ich noch nicht abgesagt, denn wer weiß, was noch alles kommt, so dass wir doch wieder alles umwerfen (was ich nicht glaube).

Über alles weitere schreibe ich ein anderes Mal, meine Finger bestreiken mich gerade (tippe auf dem Handy) und müde bin ich auch ganz schön!

Ich wünsche Euch morgen einen tollen Start in die Woche! Habt ein. Habt ein bisschen Geduld mit mir, ich werde alle Mails beantworten, brauche manchmal nur ein wenig länger 🙂

Herzliche Grüße
Eure Pippilottta

12 Kommentare

  1. Hallo pippi,
    Es freut mich zu hören, dass es bei euch weitergeht und vor allem wie ihr euch entschieden habt, auch wenn noch immer 2 Kliniken zur Auswahl stehen, aber da werdet ihr auch noch richtig entscheiden und dann kommt ihr eurem Wunder langsam näher.
    LG Carina 😉

  2. Ich sagte doch, du musst das mal ausführlich posten! Mensch, was für ein Aufwand. Aber die Entscheidung für spanisches feuriges Temperament ist toll. Wobei ich nordisch nobel auch mag! :))

    Penny

  3. Hallo Mädels, ja, ich hätte auch nicht gedacht, dass es soviel Zeit in Anspruch nimmt, die richtige Klinik rauszusuchen. Wobei ich es vielleicht auch ein wenig übertreibe, aber ich will einfach gerade in diesem Punkt nichts dem Zufall überlassen. Das ist sooo eine wichtige Entscheidung! Jetzt gerade gehen wir das Angebot vom Reisebüro durch, wir werden die Spende nämlich einfach mit unserem diesjährigen Sommerurlaub verbinden 🙂 Penny, Danke dir für den Anstoß! HG Pippi

    • Ja, ich denke schon! Ich finde es nur fair, warum auch nicht. Über eine Nierenspende spricht man ja auch! Natürlich sehr kindgerecht und Stück für Stück!

      • Und was macht ihr, wenn euer Kind die Spenderin mal treffen möchte? Das ist in Spanien nicht möglich, oder? (soll überhaupt kein Angriff sein, die Frage drängt sich mir nur gerade auf, weil das vor kurzem in einem Forum Thema war).

        • Ich fühl mich selten angegriffen 😉 Kannst mich also ruhig alles fragen! Nee, leider gibt es da in Spanien nicht die Möglichkeit, die Spenderin kennenzulernen, was ich sehr schade finde, gerade für das Kind, aber ich denke, dass wir es dann so machen, dass wir, wenn das Kind alt genug ist, gemeinsam nach Alicante oder Murcia reisen werden und uns Stadt und Leute anschauen werden.

          • Ok, super, dass du dich nicht angegriffen fühlst 😉 Ist auch wirklich absolut nicht so gemeint.

            Und du denkst, das „ersetzt“ das Kennenlernen?

            Hattest du vielleicht schonmal Kontakt zum Verein http://www.spenderkinder.de ? Klar, die meisten (alle?) Kinder dort sind Kinder aus Samenspenden, aber viel dürfte man auch eins zu eins für Eizellspenden übernehmen können. Den mittlerweile erwachsenen „Kindern“ ist es z. B. ganz wichtig, dass (Samen)spenden nicht anonym erfolgen, weil viele damit massive Probleme bei der Identitätsfindung haben. Klar kann es sein, dass euer Kind das später überhaupt nicht betrifft, aber man kann es eben nicht vorhersagen.

            Im deutschsprachigen Raum ist ansonsten noch Petra Thorn eine recht gute Ansprechpartnerin grundsätzlich zur Aufklärung von Kindern von Gametenspenden. Soweit ich weiß, berät sie auch gerne vor einer Spende, wenn man Fragen hat.

          • Ja, ich hab mir wirklich viele viele Gedanken darüber gemacht und auch viel mit einer Familientherapeutin darüber gesprochen. Ich denke nach wie vor, dass die offene Spende der bessere Weg wäre, gerade, um dem Kind nicht die Möglichkeit zu nehmen, selbst zu entscheiden, ob es die Spenderin kennenlernen möchte, aber mein Bauchgefühl muss bei der Klinik auch komplett dahinter stehen und das Tat es leider in Dänemark nicht. Ich hab das Erstgespräch allerdings noch nicht abgesagt, dafür brauch ich noch ein paar Tage… Die ganze Geschichte war ja auch irgendwie der Auslöser für diesen Blog. Ich möchte versuchen, meine Gedanken und den Entscheidungweg für eine Klinik bzw. ein Land transparent machen. Letztendlich ist es die Summer vieler einzelner Faktoren. Auf jeden Fall vielen lieben Dank für die Tipps. Ich werde mir die Seite auf jeden Fall anschauen.

          • Kommt denn außer Dänemark kein anderes Land in Frage? Viele Frauen bei klein-putz.net, die sich im Eizellspende-Forum rumtreiben, sind z. B. in Finnland für eine offene Spende.
            Natürlich sollst du auch hinter der Klinik zu 100% stehen (die machen schließlich die Behandlung!), aber du solltest auch hinter der „Methode“ selbst stehen. Viele Frauen bereuen es nachher, eine anonyme Spende genommen zu haben. Gerade, wenn erste Fragen nach der Spenderin kommen und man weiß, dass man diese Fragen nie beantworten kann.

            Nimm dir auf jeden Fall Zeit und entscheide in Ruhe. Ich denke, das ist das wichtigste. Dass du zu 100% hinter der Entscheidung stehen kannst.

          • Bei klein-putz bin ich auch und kenne so ziemlich alle Ordner in dem Unterforum „Eizellspende“. Da hab ich mich sozusagen „warmgelesen“. Ich war wirklich froh, dieses Forum gefunden zu haben, den so konnte ich viele Infos sammeln und Erfahrungen nachlesen. Ich beschäftige mich schon seit August letzten Jahres (bzw. seit ICSI 4 von 5, da ich im Gefühl hatte, dass wir mit unserem Plan A keinen Erfolg haben werden) und habe mir die Entscheidung keineswegs leicht gemacht.

            Finnland war auch eine Option, aber mir ist es ebenfalls wichtig, dass ich einen Bezug zu dem Land habe, aus denen die Hälfte der Gene unseres Nachwuchses kommen. Glaub, mir, ich habe mir die Entscheidung wirklich nicht einfach gemacht, habe Nächte damit verbracht, zu überlegen, was uns in Bezug auf die Spenderin, das Land, die Klinik, die Kosten, den Biologen uswusf. wichtig ist, alles gewichtet, und hatte am Ende eine Art Entscheidungsfahrplan. Da leider die eigene Spenderin nicht mehr in Frage kommt, haben wir viel überlegt und diskutiert, wieder die oben genannten Punkte überdacht und stehen nun voll hinter der Entscheidung, die wir jetzt getroffen haben. Welche Klinik es nun letztendlich wird, wird der zukünftige Kontakt und andere diverse Punkte entscheiden. Ich denke, dass jede Entscheidung seine Vor- und Nachteile haben wird und wir werden damit lernen umzugehen und versuchen, unser Kind bestmöglich darauf vorzubereiten und uns bestimmt auch durch eine Familientherapeutin begleiten lassen.

            Daher danke ich ich Euch allen für Starthilfe, Gedankenanstöße und Eure Sichtweisen, denn das alles hat zu dem beigetragen, wo wir nun stehen und wohin unser weiterer Weg uns führen wird.

Ich freue mich über Kommentare, Gedanken und Anregungen :)