Plan B - Eizellspende
Kommentare 10

Gedanken-Wirr-Warr

Ich liege gerade auf meinem Bett, eine unserer Katzis hat sich gerade zu mir gekuschelt und meine Gedanken kreisen. Ich hab gestern viel über das Thema Eizellspenderin mit meiner Therapeutin gesprochen und jetzt gerade bin ich gedanklich wieder da.

Es gibt drei Optionen:
1. EZS mit eigener Spenderin
2. EZS mit fremder Spenderin, offen
3. EZS mit fremder Spenderin, anonym

Jede der Optionen hat seine Vor- und Nachteile. Zumindest habe ich mich bei Option 1 und 2 schon für eine Klinik in Dänemark entschieden. Bei Option 3 bin ich noch nicht ganz fertig mit der Auswahl. Ich habe zwar einen Favoriten (alle Kliniken in Spanien), aber ich habe noch zwei, die ich noch „auswerten“ möchte. Mein Bauch sagt, dass ich auf jeden Fall möchte, dass unser Kind die Möglichkeit hat, den Engel, der uns geholfen hat, kennenzulernen. Bei Option 1 wäre die Spenderin von Anfang da, als Patentante gerne. Sie würde das Kind hin und wieder sehen, sich aber nicht in die Erziehung einmischen. Bei Option 2 hätte es die Möglichkeit, die Spenderin mit 18 Jahren kennenzulernen. Ich möchte mir auf jeden Fall die Klinik in Dänemark einmal vor Ort anschauen! Falls sie keinen guten Eindruck macht, wovon ich nicht ausgehe, denn der Schriftverkehr war wirklich sehr herzlich, würde ich Option 3 nehmen (Stand heute, das kann morgen schon wieder ganz anders aussehen). Aber gehen wir mal davon aus, dass uns die Klinik gefällt. Dann müssen wir uns entscheiden, was für uns und das Kind das beste ist. Eigentlich waren wir uns sehr sicher, aber ein Telefonat am letzten Sonntag hat mich wieder ein bisschen ins Grübeln gebracht. Ich habe von einer meiner Freundinnen einen Anruf bekommen und sie war ganz aufgelöst. Sie hat Ihren Eltern von ihrem Vorhaben erzählt und sich erhofft, dass sie sie auch nochmal auf Fragen bringen, die sie sich bisher noch nicht gestellt hat. Das finde ich auch ganz wichtig, denn wir kommen alleine gar nicht auf alles, was wir berücksichtigen müssten, dazu stecken wir einfach viel zu sehr in diesem Thema drin. Ein frischer Wind und Gedanken / Bedenken von Außenstehenden sind dabei sehr hilfreich, wie ich finde! Aber zurück zu meiner Freundin. Sie sagte, dass ihre Eltern aus allen Wolken gefallen sind und sofort loswetterten: ich sei egoistisch (das bezieht sich auf das Thema künstliche Befruchtung), es wäre unverschämt, dass ich sie überhaupt gefragt habe (hab ich gar nicht und würde ich auch nie), ich wäre doch schon fast zu alt für ein Kind (ähm… ich bin 36, ich denke, das ist Ihnen nur rausgerutscht), sie möchten nicht für noch ein Enkelkind verantwortlich sein (wäre sie auch nicht!) und so weiter und so fort. Ich habe meiner Freundin gesagt, dass sie sich das gut überlegen soll, denn, selbst wenn ich die Ansicht der Eltern für falsch (und auch sehr verletzend) finde, denke ich, dass es das nicht wert ist, dass sie sich deswegen mit ihren Eltern verkracht. Seit dem überlege ich, ob ich es überhaupt verantworten kann und möchte. Ich denke, dass selbst wenn meine Mädels und ich alle Wenn und Aber durchkauen und uns klar sind, wie wir damit umgehen wollen (dass sie genetisch die Mutter ist), haben wir alle noch gar nicht den engsten Familienkreis bedacht. Ich habe auch Freundinnen, deren Eltern sich total darüber freuen, dass sie uns helfen wollen, aber kann uns irgendjemand garantieren, dass da nicht irgendwann Großeltern-Gefühle hochkommen und sie Ansprüche anmelden (die sie rechtlich nicht haben, das ist mir bewusst). Ich möchte auch gar nicht so weit gehen, dass jeder der Fünf Ihre Familie einweihen soll. Wahrscheinlich ist es das Beste, jetzt ersteinmal die Werte (Ihre und meine) abzuwarten, diese dann nach Dänemark zu schicken (die Klinik dort hilft mir, objektiv die beste Spenderin auszuwählen, und mit derjenigen diese ganzen Punkte nochmal durchzusprechen. Dann könnte man auch die Eltern mit einbeziehen und dann noch immer entscheiden, ob man diesen Weg (Option 1) gehen möchte oder doch Option 2 wählt.

Was meint Ihr?

10 Kommentare

  1. Puh, schwieriges Thema, aber ich für meinen Teil würde die Option 1 eigentlich gar nicht in Betracht ziehen. Das Problem, welches ich damit hätte ist, dass die Spenderin „ihr“ Kind (auch wenn es nur genetisch ihr Kind ist) oft zu Gesicht bekommt, eine Beziehung aufbauen kann etc. Es ist ja EUER Wunschkind und ich denke, dass bei der EZS mit eigener Spenderin schnell auch Reibereien entstehen können. Unbewusst vielleicht oder ganz deutlich, aber vermutlich wird das nicht einfach.
    Ich würde grundsätzlich zu Option 2 tendieren.

  2. Hey!
    Also ich habe mir ja neulich deinen Blog ein bisschen weiter angeschaut… und da auch auf die Geschichte mit der Eizellspenderin gestossen. Dabei habe ich mich auch gefragt, was ich machen würde… Zu einer Entscheidung, kann man dir dabei nicht raten, die müsst ganz allein ihr treffen (du, dein Mann, die Spenderin und falls vorhanden ihr Mann) aber ich schreibe mal einfach so runter was mir dabei so in den Kopf gekommen ist.
    – Ist das mit der Spende nicht sehr belastend für den Part der spendet? Angenommen Frau möchte selbst Kinder (ich glaube deine Urlaubsfreundin hatte bereits welche?) bekommt dann aber keine…
    – Familie, wenn man eigene Kinder hat und das krank wird, stirbt? Alles Sachen an die man so nicht denken möchte. Aber würde man sich selbst dann nicht auch auf das „andere“ Kind fixieren….
    alles andere was mir so durch den Kopf geschossen ist hast du oben ja schon beschrieben… Es sind ja nicht nur die Frau und ihr als Paar – selbst wenn ihr euch das von Anfang an so ausmalt – es gibt noch die Familie…..

    Auch wenn ich verstehen kann, dass ihr dem Kind den Engel nicht vorenthalten wollt, irgendwie ist für mich aktuell das die Lösung, die ich glaube ich als letztes in Betracht ziehen würde. Ich glaube ich wäre für Option 2 – oder 3. Ich glaube einfach, dass man vieles planen kann, aber selten was nach Plan funktioniert. Und davor hätte ich Angst. Klar, rein rechtlich hast du recht – aber meistens überwiegen ja die Emotionen….

    Ich hoffe, ich hab es nicht noch wirrer gemacht! Fühl dich gedrückt und lasst euch mit der Entscheidung Zeit – damit man dann wirklich dahinter steht.

    Liebe Grüße ;o)

  3. Hy,
    ich persönlich finde das auch als ein schweres Thema. Klar es ist schön, wenn deine Freundinnen euch gerne helfen möchten, aber wie Believe und Storchenfrau schon gesagt haben, darf man die emotionale Seite nicht vergessen,vielleicht möchte die genetische Mutter dann eine Beziehung zu Eurem Kind auf und dann ist der Krach vielleicht vor programmiert, es könnte also eine Freundschaft zu Ende gehen, das würde mich persönlich vor Option 1 zurückschrecken. Ich würde glaube ich auch zu Option 2 oder 3 tendieren, denn da kann das Kind mit 18 Jahren selbst entscheiden, ob es seine genetische Mutter kennenlernen möchte. Nur ganz kurz: falls es bei uns mit den Icsi’s nicht funktionieren sollte, aufgrund der sehr schlechten Spermienqualität ( unsere Versuche sind gezählt) haben wir schon über Samenspende geredet, aber für mich ist klar ich möchte keinen aus den Bekanntenkreis, sondern anonym, denn damit könnte ich selbst nicht umgehen.
    Ich glaube aber ihr werdet für Euch die beste Lösung finden und es wird alles gut werden. Auch ich hoffe ich habe es in deinem Kopf nicht noch wirrer gemacht.
    *Drück dich* 😀
    LG carina;-)

  4. Ihr seid so lieb, Danke! Vor allem für Eure Gesankenstütze! Ja, die Was-Wäre-Wenn-Fragen hab ich auch schon gestellt, jedoch gebe ich euch recht, dass jeder nur für den jetzigen Moment und natürlich auch nur für sich sprechen kann. Wie man in einer entsprechenden Situation (irgendwann in der Zukunft) reagiert, was man fühlen wird oder wie man denkt, kann keiner wirklich sagen. Auch wir nicht. Ich lass die Gedanken erst einmal ein paar Tage wieder sacken und fahre derweilen dreigleisig. So können wir und auch meine Mädels spontan die Reißleine ziehen und wir haben noch die anderen beiden Optionen. Ich habe gerade im Übrigen mit einer der drei Kliniken in Spanien telefoniert und sie machen auch einen sehr guten Eindruck! Ich halte auf dem Laufenden, aber erstmal geht es jetzt endlich raus in die Sonne ☀️ GLG Pippi

  5. Hhm drüber nachgedacht hab ich auch schonmal, so als Option B oder C. Ich würde auf jeden Fall auch eine fremde Spenderin nehmen. Und ich würde es glaub ich nicht der Familie erzählen. Ich hätte Angst, dass das Kind dann nicht als Enkelkind angesehen wird oder nicht „gleichwertig“. Ich ärgere mich ja schon manchmal überhaupt von den ISCIs erzählt zu haben. Würden wir bei einem weiteren Kind vielleicht nicht tun.
    Was kostet eine EZP denn ca, wenn ich fragen darf?

  6. Also ich würde Option 3 überhaupt nicht in Betracht ziehen. So, wie ich das bisher zwischen den Zeilen gelesen habe, wollt ihr euer Kind vermutlich über die Spende aufklären, oder? Dann wäre es unter Umständen doch wirklich belastend für das Kind, wenn es die Spenderin nie kennenlernen kann. Deshalb würde für mich Option 3 überhaupt nicht in Frage kommen.

    Ich persönlich würde wohl zwischen Option 1 und 2 wählen und da einfach das Bauchgefühl entscheiden lassen. Wenn ihr irgendwelche Bedenken habt, was Option 1 angeht, lasst es bleiben. Hinter so einer Lösung müssen alle Beteiligten zu 100% stehen – sonst kann das ganz arg schiefgehen. Klar, rechtlich ist es (im Gegensatz zur Samenspende in unserem Fall) ganz eindeutig: Du wirst die Mutter sein. Aber die wichtigere Seite ist ja auch die emotionale. Du hast doch eine Therapeutin, oder? Wäre es da möglich, mal die potentielle Spenderin (wenn ihr euch dann für eine entschieden habt) mitzubringen? Vielleicht kommt man so noch auf ein paar Gedanken, die man vorher nicht hatte.

    Und mit Option 2 könnt ihr im Prinzip auch nichts falsch machen. Ihr verbaut damit dem Kind nicht die Möglichkeit, die Spenderin irgendwann kennenzulernen; ihr habt aber emotional gesehen keine großartigen Konflikte, die bei Option 1 möglich wären. Und zumindest Kinder aus Samenspende fühlen da meist keine emotionale Belastung, wenn sie frühzeitig aufgeklärt werden und die Möglichkeit haben, den Spender mit 18 Jahren dann kennenzulernen. Ich denke, das kann man eins zu eins auf Eizellspende übertragen.

    Egal, wir ihr euch entscheidet: Ich drücke euch die Daumen, dass alles so wird, wie ihr euch das erträumt!

    • Option 3 würde ich nur für den Fall, dass Dänemark keine Spenderin findet. Sie sagen zwar, dass das noch nie vorgekommen sei, in einem Forum hab ich jedoch gelesen, dass eine Frau fast 2 Jahre gewartet hat und letztendlich doch keine Spenderin gefunden hat. Das mit der Therapeutin ist eine gute Idee! Ich habe heute Morgen zwei meiner fünf Engel meine Bedenken mitgeteilt und dass mir die Freundchaft einfach wichtiger ist, als die Spende. Vor allem, da man vielmehr verzwackt ist (Eltern, etc.). Bei den anderen dreien müssen wir einfach schauen, wie der Bauch sich am Ende fühlt. Danke auf jeden Fall! Ich seh jetzt schon ein bisschen klarer.

      • Finchen sagt

        Wir stecken gerade im gleichen Gedanken-Wirr-Warr.
        Mich würde interessieren, ob ihr schon in Dänemark gewesen seid. In welcher Klinik seid ihr gewesen und ward ihr zufrieden.
        Wir haben gerade angefangen verschiedene Kliniken in Polen und Tschechien anzuschreiben und haben noch keine in Skandinavien gefunden.
        Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

        Ich drücke euch die Daumen 🙂

        • Hi Finchen,

          nein, wir waren nicht in Dänemark. Letztendlich haben wir unseren Termin wieder abgesagt, weil mein Bauchgefühl nicht stimmte. Ich finde, eine Klinik darf nicht verlangen, dass man vorher Geld zahlen muss. Das ist aber auch nur meine Bauchgefühlmeinung, die Klinik in Dänemak war ansonsten wirklich sehr nett und freundlich! Ich hätte sie wahrscheinlich jedoch trpotzdem aussortiert, denn ich möchte gerne (für den Fall, dass wir wirklich eine EZS benötigen), ein Embryoskope benutzen. Das hatte sie leider nicht. Wenn Du Kontakt zu Mädels haben möchtest, die schon eine EZS hatten, wir haben auf Facebook eine Gruppe hierzu. Sie ist geheim (kann also von niemandem eingesehen werden) und ich müsste mich dazu auf FB mit dir befreunden, uzm dich einzuladen.

          Wenn du noch mehr Fragen hast, meld dich gerne bei mir.

          Liebe Grüße
          Pippi

Ich freue mich über Kommentare, Gedanken und Anregungen :)