Plan A - Ohne ICSI geht es nicht
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Probemonat – Da war er also, unser lang ersehnter Termin zum Erstgespräch in unserer Wunschklinik.

Da war er also, unser lang ersehnter Termin zum Erstgespräch in unserer Wunschklinik. Wir fühlten uns auf Anhieb sehr wohl dort. Die Ärzte (zwei Ärzte, eine Ärztin) arbeiten zwar im Rotationsprinzip, so dass man immer jemanden anderen vor sich haben würde, aber das war für mich zweitranging. Wir besprachen einen möglichen Behandlungsplan und erst jetzt erfuhr ich, dass es überhaupt verschiedene Protokolle gab. Da mein Anti-Müller-Hormon schon niedriger war, als in meinem Alter eigentlich üblich, entschied sich mein heutiger Arzt für das kurze Protokoll (davon hatte der Arzt in der alten Klinik rein gar nichts gesagt, sondern uns gleich das Standard-Protokoll empfohlen – lang, mit Downregulierung). Unser Gespräch war relativ kurz, da wir so gut wie keine Fragen mehr hatten und die einzige Frage, die uns interessierte war, wann kann es losgehen? Der erste Monat würde ein sozusagener Probemonat werden, der von der Krankenkasse übernommen werden würde. Er dient dazu, um zu schauen, wie ich auf die Medikamente reagiere. Statt einer Punktion: Herzeln auf Zuruf. Sobald wir uns entschieden haben, das Projekt Baby zu starten, sollte ich am ersten Zyklustag anrufen, um für den dritten Zyklustag einen Termin zu machen. Am zehnten Zyklustag würde ich einen Kontrolltermin haben und von dort an alle ein bis drei Tage. Da es wie bereits geschrieben nicht so einfach war, spontan Termine zu machen, sollte ich im Vormonat die Pille nehmen, so dass ich zumindest die ersten beiden Termine gut planen konnte. Wir bekamen einen Behandlungsplan, Rezepte für alle benötigten Medikamente (inklusive der Pille) und ein paar „Hausaufgaben“ mit (wir mussten zum Humangenetiker und da wir nicht verheiratet waren, auch zum Notar).

Im April (2012) war es dann soweit, der Probemonat konnte von uns aus starten. Um Ostern hatten wir uns extra freigenommen, so dass ich niemandem etwas erklären hätte müssen. Nur noch zwei Wochen und ich wäre vielleicht schon schwanger. Als ich mich auf die Untersuchungsliege legte und „geultraschallt“ wurde, sagte mir die Ärztin, dass ich leider eine Zyste habe und wir wieder einen Monat warten müssen. Ich solle nicht besorgt sein, da das hin und wieder mal vorkommen kann und sie würde von ganz alleine wieder weggehen. Tief enttäuscht ging ich wieder nach Hause. Also wieder einen Monat die Pille nehmen und darauf hoffen, dass es im Juli endlich losgehen kann. Und so war es dann auch. Im Juni startete endlich endlich unser Probemonat J Ich musste mir Puregon (100 Einheiten) und Menogon (3 Pulver) spritzen und ging fleißig zum Blutabnehmen. Am Tag (lasst mich lügen) 13 haten wir nachmittags einen Anruf auf dem Anrufbeantworter: „Frau…, laut Ihren Blutwerten hatten sie heute Morgen um neun schon Ihren Eisprung. Wir bitten Sie, heute Abend um neun Uhr Verkehr zu haben.“ Ahhh ja… Es war viertel vor neun und wir waren gerade erst nach Hause gekommen. Da wir bei diesem Versuch sowieso nicht damit rechneten, dass es klappen würde (wegen des wirklich miesen Spremiogrammes), haben wir uns dazu entschieden, erstmal etwas zu essen und es auf zehn Uhr verschoben. Mir ging es ja bei diesem Versuch primär darum, zu erfahren, ob die Medikation für mich die richtige sein. Dass es nicht unbedingt das romantischste Mal war, muss ich wohl niemandem sagen. Herzeln auf Zuruf ist einfach nichts für uns und (es klingt doof, aber so war es) ich war froh, dass beim nächsten Versuch stattdessen eine Punktion erfolgen würde. Wie erwartet war das Ergebnis negativ und stattdessen Bahn frei für unsere erste ICSI im August. Die Pille lag bereit, Urlaub (zum verwöhnen lassen) war gebucht und ich konnte es kaum erwarten.

Nur noch ein paar Wochen und wir würden schwanger sein…

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